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Krisenhilfe für einheimische Fischerei beschlossen

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat im Mai bei der sogenannten „Bereini­gungssitzung“ den Nachtragshaushalt mit Maßnahmen zur Krisenhilfe beschlossen. Darin sind auch 10 Millionen Euro für die deutsche Fischerei enthalten. Die Mittel werden dringend gebraucht, um drohende Insolvenzen durch den dramatischen An­stieg der Betriebskosten in Folge der Ölpreisexplosion abzuwenden und die Marktversorgung weiterhin zu sichern. 
Die EU hatte dafür bereits Ende März einen Rechtsrahmen geschaffen, um So­forthilfen zu ermöglichen. Mit so einer Maßnahme sollen einheimische Erzeu­gungskapazitäten gesichert werden, damit die Importabhängigkeit nicht weiter zu­nimmt. Die Parteien im Deutschen Bun­destag hatten sich in einer Debatte am 8. April geschlossen für die schnelle Schaf­fung eines solchen Hilfsinstrumentes aus­gesprochen. Am 13. April hatte die EU­-Kommission noch einen weiteren Rechtsrahmen für die Gewährung von solchen Hilfen bereitgestellt. 
Der Präsident des Deutschen Fischerei­verbandes und Mitglied des Deutschen Bundestages, Dr. Gero Hocker, zeigte sich zufrieden: ,,Die Formalitäten zur Ausge­staltung solcher nicht rückzahlbaren Hil­fen sind sehr komplex. Die EU hat ihren Job gemacht. Jetzt kommt es darauf an, dass die nachgelagerten Dienststellen un­sere Beschlüsse schnellstmöglich umset­zen. Darauf werden wir sehr genau ach­ten.“ 
Kapitän Dirk Sander, Krabbenfischer aus Ostfriesland, macht den Ernst der Lage nochmals klar: ,,Im Moment gehen 60-80% der Fangerlöse für Treibstoff drauf. Da bleibt einfach nichts übrig für die Fischer. Wenn da nicht bald etwas auf dem Konto eingeht, droht vielen der Verlust von Kut­ter und Wohnung. Einige Betriebe haben bereits Insolvenz angemeldet.“
Erschwerend kommt hinzu, dass im Mo­ment bei einer Zwangsversteigerung von Kuttern mit Sicherheit kein normaler Preis mehr zu erzielen wäre. Es gibt schon Be­richte über Anrufe von afrikanischen Schiffsmaklern, die auf besonders preis­günstige, seegängige Kutter hoffen. In der Erwartung der bevorstehenden Versor­gungsschwierigkeiten in Afrika durch Ge­treidemangel wird man versuchen, die Be­völkerung mit mehr Fischfang zu ernähren. Es wird auch erwartet, dass die Notlage zu verstärkten Aktivitäten auf den Flücht­lingsrouten im Mittelmeer führen könnte. Auch dazu könnten Fischereifahrzeuge aus Insolvenzmasse eingesetzt werden.

Es gibt also weitere gute Gründe, mit schnellen Hilfsmaßnahmen in Deutsch­land die Existenz der Betriebe zu sichern. 

Claus Ubl, Deutscher Fischerei-Verband e.V.

 

Landwirtschaftsministerin Kaniber: ,,Rekordausgaben für das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm“ – Bayern unterstützt seine Land- und Forstwirtschaft mit insgesamt rund 1,8 Milliarden Euro

Am 07. April 2022 wurde im Plenum des Bayerischen Landtag der Agrarhaushalt für den Freistaat Bayern gebilligt. ,,Wir unterstützen unsere Land- und Forstwirte bei so wichtigen Zukunftsthemen wie Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz mit einem Agrarhaushalt von über 1,8 Mil­liarden Euro. Mit Rekordausgaben von 337 Millionen Euro für unser Flaggschiff, das Bayerische Kulturlandschaftspro­gramm, beweisen wir, dass Nachhaltigkeit auch ohne Zwangsstillegungen in die land­wirtschaftliche Produktion integriert wer­den kann. 

Aber uns ist nur zu bewusst, dass die Betriebe durch die aktuelle Ukraine-Krise und die stark angestiegene Inflation zunehmend unter Druck stehen. Die laufenden Kosten steigen und steigen, hier kämpfen wir mit und für unsere Bauern um Entlastung auf Bundesebene“, so Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. So sind die Agrarminis­ter der Länder bei ihrer jüngsten Konfe­renz der bayerischen Forderung gefolgt, die von der EU bereitgestellten Mittel aus der Krisenreserve zeitnah und mit einfa­chen und auf die betroffenen Hertriebe ausgerichteten Hilfsmaßnahmen zu nut­zen. 

Zudem soll die im Bundeshaushalt 2022 vorgesehene massive Kürzung des Bundeszuschusses für die Landwirtschaft­liche Unfallversicherung zurückgenom­men werden. Neun Länder, darunter Bay­ern, haben sich außerdem im Hinblick auf die stark gestiegenen Energie- und Treib­stoffkosten für weitergehende steuerliche Entlastungen insbesondere für Agrardiesel ausgesprochen. 

Quarantänebedingt konnte Landwirt­schaftsministerin Kaniber die Haushalts­rede nicht selbst übernehmen. Für sie sprang Finanzminister Albert Füracker ein. ,,Ich danke meinem Kollegen Albert Füracker von ganzem Herzen, dass er so kurzfristig den Agrarhaushalt im Landtag vorgestellt hat. Mit ihm war ein doppelter Experte vor Ort – in Finanz- wie in Land­wirtschaftsfragen“, so die Ministerin ab­schließend. 

Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

 

Ausgleichszahlungen für Schäden durch Kormorane und andere Prädatoren

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
für die durch in der Fischerei und in Aqua­kulturen entstehenden Schäden beispiels­weise, durch Kormorane, Fischotter oder Kegelrobben (sogenannte Prädatoren) kann Deutschland künftig höhere Aus­gleichszahlungen leisten. Die EU-Kommis­sion hat zugestimmt, dass für diese Schä­den bis Ende 2026 eine Beihilfe in Höhe von reichlich 35 Millionen Euro gewährt werden kann. Bislang belief sich der Um­fang der möglichen Beihilfe auf 7 Millio­nen Euro.
Soweit in den einzelnen Bundesländern vorgesehen, sind nachweisbare Ertrags­ausfälle aufgrund der vollständigen oder teilweisen Vernichtung der Aquakultur­produktion und der entsprechenden Pro­duktionsmittel bzw. nachweisbare Er­tragsausfälle in der Fischerei sowie Sachschäden an Vermögenswerten der Fische­rei und der Aquakultur, insbesondere an Anlagen der Aquakultur, Gewässern, Dämmen, Vorflutern und Fanggeräten bei­hilfefähig.
Auf Grundlage der „Rahmenrichtlinie für den Ausgleich von durch geschützte Tiere verursachten Schäden in der Fischerei und Aquakultur“ können die Bundesländer bei Bedarf in eigener Zuständigkeit Aus­gleichsleistungen zeitnah gewähren. Die Bundesländer entscheiden nach eigenem Ermessen über den Zeitpunkt und die Not­wendigkeit der landesrechtlichen Anwen­dung der Rahmenrichtlinie Prädatoren. Ansprechpartner für die potenziellen Be­günstigten sind daher die Länder.

Pressestelle
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Fischotterabwehr mit Vergrämungsmittel
Dr. Peter Thoma

Frau Claudia Miklos-Hofmann bietet seit längerem bereits Vergrämungsmittel für Wölfe (Lupophob®) an. Dieses Programm wurde jetzt um ein Vergrämungsmittel für Fischotter erweitert. Hierzu wurden in meiner deutlich von Fischottern betroffe­nen Teichanlage „Hirschlecke“ in Zusam­menarbeit mit den zuständigen Fischotter­berater, Herrn Alexander Horn, Untersu­chungen vorgenommen.

Teichanlage
Diese Teichanlage besteht aus mehreren Flurstücken und liegt am nördlichen Fuße des Steinberges innerhalb der Gemarkun­gen Hohenberg/Eger und Neuhaus/Eger zwischen dem „Oberen Brandweg“ im Wes­ten und dem „Unteren Brandweg“ im Osten. Sie umfasst 4,4 ha und erstreckt sich von einer Höhelage von 520 m bis auf 480 m über NN. 

Das starke Gefälle bedingt die Ausbildung relativ kleiner Teiche, die intensiv bewirt­schaftet werden. Dies führt zu einer kleinstrukturierten Teichanlage mit 26 Teichen und einer reinen Wasserfläche von insgesamt 2,1 ha. Einige Teiche (grün mar­kiert) werden als Biotopteiche sehr exten­siv genutzt. 

Die Wasserversorgung besteht aus der Zu­leitung durch das Goldbächlein und meh­rere Quell- und Drainageaustritten und Wassergräben. Das Goldbächlein (natur­naher Zustand ohne Verbauungen) mün­det ca. 500 m weiter nordöstlich in die Eger (Naturschutzgebiet). 

 Auswahl der Teiche
Nachdem in kleineren Teichen aufgrund der stark eingeschränkten Fluchtmöglich­keiten der Fische besonders hohe Fisch­otterschäden auftreten, wurden ähnlich große Teiche (300 m2 bis 600 m2) ausge­wählt, die nebeneinander liegen.

Besatz
Die sechs Teiche wurden mit Karpfen der Altersklasse K2 und Wallern der Alters­klasse W3 bzw. W4 besetzt. Der Besatz fand am 2021-05-01 statt. Die Details des Besat­zes sind in Tabelle 1 zusammengefasst.

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Skizze des östlichen Teils der Teichanlage: Die mit Vergrämungsmittel geschützten Teiche (T _10, T _11 und T _22) sind rotbraun, die Vergleichsteiche (T _14, T _13 und T _21) sind marineblau gekennzeichnet. Die Kamerastandorte sind in gelb markiert, Pfeilrichtung entspricht der Blickrichtung der Kamera  

Vergrämungsmittel
An den marineblau markierten Teichen wurden keine Vergrämungsmittel einge­setzt. An den rotbraun markierten Tei­chen wurden im Abstand von 10 Schritt (ca. 0,8 m) rundum Holzstäbe eingesteckt, an denen sich jeweils auf einer Höhe von ca. 40 cm ein 15 cm langer und 8 cm brei­ter Stoffiappen aus Baumwollstoff befes­tigt war. Diese Lappen wurden mit dem je­weiligen Vergrämungsmittel (Typ A – Charge W21118, Typ B – Charge B21118 und Typ C – Charge P21118; s. Bild cl) be­netzt. Die Benetzung wurde jede Woche bis zur Abfischung wiederholt.

 

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Bild 1: Flaschen mit den verschiedenen Typen der Vergrämungsmittel

 

Fütterung
Die Teiche wurden 2 Wochen nach dem Be­satz bis 2 Wochen vor der Abfischung mit gequetschtem Getreide (Roggen und Gerste) gefüttert. Dies erfolgte mit elektro­nisch gesteuerten Futterautomaten mehr­mals täglich. Die Futteraufnahme wurde regelmäßig kontrolliert und die Automa­teneinstellung entsprechend angepasst. 

Kameramonitoring
Im Goldbächlein wurde eine Wildkamera (Kamera 2) am Auslauf der Teichanlage aufgebaut, eine weitere (Kamera 1) nach dem Durchlass unter dem „Un_teren Brandweg“, um den Weg des Fischotters in bzw. aus der Teichanlage zu dokumentie­ren. Im Bereich der Kameras wurden je­weils Holzstäbe mit Vergrämungsmittel­lappen angebracht (s. Bild 2 und Bild 3). Bei Kamera 2 wurde nach 4 Wochen ein zusätzlicher Holzstab mit zwei Vergrä­mungslappen vor der Kamera angebracht und diese mit dem Vergrämungsmittel Typ B und Typ C (je Lappen) wöchentlich be­netzt. 

 

 

In der Teichanlage wurden vier weitere Wildkameras aufgebaut (s. Anlagenskizze, die Pfeilrichtung entspricht der Aufnah­merichtung der Wildkameras). Bei den Ka­meras 3 und 4 wurde jeweils auch ein Holzstab mit einem Vergrämungslappen eingesteckt und wöchentlich benetzt. Bei den beiden Kameras 3 und 4, die ober-und unterhalb des Teiches T_22 angeordnet waren, wurde das gleiche Vergrämungs­mittel wie beim Teich (Typ C) verwendet (s. Bild 4 und Bild 5). 

Während das Verlassen der Fischotter am Anlagenende durch das Goldbächlein sehr gut nahezu täglich dokumentiert werden konnte, zeigte sich, dass der Fischotter die Anlage nur selten durch das Goldbächlein betritt, sondern vermutlich aus dem an­grenzenden Hochwaldbereich kommt. Ebenso durchquert der Fischotter den ca. 1 m breiten Durchlass über den der „Untere Brandweg“ führt, obwohl dieser auf gesam­ter Breite vom Wasser durchströmt wird (s. Bild 6). Nach dem Durchlass verlässt der Fischotter den Bach und konnte auf der Kamera 1 nicht nachgewiesen werden. 

Bei der Kamera 3, Kamera 5 und Kamera 6 konnte kein Fischotter nachgewiesen werden. Dies zeigt, dass selbst eine güns­tige Anordnung der Wildkameras noch lange kein Garant dafür ist den Fischotter nachzuweisen. 

Bei der Kamera 4, die an einem alten Fischotterpass liegt, den der Fischotter be­reits in früheren Jahren benutzt hat, konnte trotz der Vergrämungslappen regel­mäßig das Auftreten des Fischotters (kom­mend als auch gehend, s. Bild 7) beobachtet werden. Der Fischotter bleibt den einmal begangenen Wegen anscheinend treu.

 

 

Abfischung
Bei der Abfischung, die am Wochenende 30. Oktober bis 1. November stattfand, wurden die Fische gezählt und die Gesamtmasse gewogen. Hieraus wurde die Durch­schnittsmasse berechnet (s. Tabelle 1). 

 

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Tabelle 1: Besatz und Abfischung der sechs untersuchten Teichen

 

Ergebnisse
Von den Gesamtverlusten wurden die Fischarten und -größentypischen anderen Verluste abgezogen um die Verluste durch den Fischotter darzustellen. Es zeigt sich deutlich, dass durch den Einsatz des Vergrämungsmittels bei den Karpfen die Verluste um fast 20 Prozentpunkte (85 % ➔ 67 %) verringert werden konnten. Bei den Wallern fiel der Effekt des Vergrämungsmittels mit 7 Prozentpunkten (68 % ➔ 61 %) geringer aus; die geringen Besatzzahlen vermindert jedoch die statistische Aussagekraft etwas.

Ein signifikanter Unterschied zwischen den drei Typen des Vergrämungsmittels konnte bei den durchgeführten Untersuchungen nicht aufgezeigt werden.

Fazit
Der Aufwand zum Erstellen der Holzstäbe mit den Vergrämungslappen ist sehr kostengünstig und macht relativ wenig Arbeit (ca. 30 Minuten pro Teich). Zur Dammmahd werden die Holzstäbe einfach herausgezogen und danach wieder eingesteckt. Die wöchentliche Aufbringung des Vergrämungsmittel geht fix (ca. 5 Minuten pro Woche und Teich).

Die Fischotterschäden gingen zwar signifikant zurück, wenngleich die Schäden aber immer noch keine wirtschaftlich tragbare Fischaufzucht zulassen.

An anderen Teichen kann der Vergrämungseffekt durchaus höher sein, da bei der untersuchten Teichanlage die Fischotterpopulation mit mehreren Tieren doch sehr hoch ist.

 

Teichwirtschaft und Fischotter
Stellungnahme des BBV-Präsidiums zur Fischotterproblematik

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 Die Teichwirtschaft ist in Teilen Bayerns wegen der wachsenden Schäden durch den Fischotter bedroht. Der Otter unterliegt dem Jagdrecht, ist jedoch ganzjährig geschützt und hat keine natürlichen Feinde und ernährt sich fast ausschließlich von Fischen. ­ln Bayern belaufen sich die durch den Fischotter entstandenen Schäden auf 1, 1 Millionen Euro. 

Anders als in anderen Teilen Deutsch­lands gilt der Erhaltungszustand des Otters in Bayern seit 2013 laut Landesamt für Umwelt als er­reicht. Trotzdem hat das Verwaltungs­gericht Regensburg den Klagen von zwei Naturschutzverbänden stattge­geben und die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigungen aufgeho­ben, welche die Regierung der Ober­pfalz für das Fangen von Fischottern und das Töten von männlichen Exem­plaren an Teichanlagen in der Ober­pfalz erteilt hatte. 

Das BBV-Präsidium hat deshalb unter anderem die Aufhebung des hohen Schutzstatus des Fischotters gefor­dert. Das Gerichtsurteil gefährdet die traditionelle Karpfenteichwirtschaft in Bayern, die erst kürzlich von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde.

Darüber hinaus hält das Präsidium des Bayerischen Bauernverbandes folgende Maßnahmen für dringend erforderlich: 
• Ausbau des bayerischen Fischottermanagements
• Abstufung des hohen Schutzstatus 
• Ausbau der Fischotterberatung 
• Volle Übernahme sämtlicher Kos­ten, welche den Teichwirten durch den Fischotter entstehen 
• Verbesserung des Monitorings zur Bestandsgrößenabschätzung als Vo­raussetzung für eine mögliche letale Entnahme
• Weitere Förderungsmöglichkei­ten zur existentiellen Sicherung der Teichwirtschaft.

Das Präsidium des Bayerischen Bauernverbandes unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf in Sa­chen Fischottermanagement, um die Teichwirtschaft und ihre vielen Funk­tionen für die Gesellschaft dauerhaft zu erhalten und zukunftsfähig zu ent­wickeln. 

Beschluss des Bayerischen Landtags vom 17.07.2019,Drs. 18/3135; betreffend Fraßdruck durch Gänsesäger verringern
Brief der Bayerischen Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten an die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Frau Ilse Aigner – 26.10.2021

Sehr geehrte Frau Präsidentin, 

zu o. g. Beschluss des Bayerischen Land­tags gebe ich folgenden zweiten Zwischen­bericht: 

Wie bereits mit Schreiben vorn 22.10.2020 mitgeteilt, wurde das Forschungsvorhaben ,,Auswirkung der Gänsesägervergrämung auf die Entwicklung der Aschenpopu­lationen in ausgewählten südbayerischen Fließgewässerstrecken“ am l. Juli 2020 gestartet. Das Projekt ist auf eine Laufzeit von fünf Jahren bis 30. Juni 2025 angelegt und wird federführend vom Institut für Fischerei der LfL in Kooperation mit der TU München (TUM) durchgeführt. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln der Fischereiabgabe. Eine Projektbegleitende Arbeitsgruppe (PAG) mit Vertretern von LfL, Ltu, TUM, Höhere Naturschutzbe­hörde der Regierung von Oberbayern, Fachberatungen für Fischerei Oberbayern und Schwaben, Bezirksfischereiverbände Oberbayern und Schwaben, Landesfische­reiverband Bayern, Landesbund für Vogel­schutz, Bund Naturschutz und Landes­jagdverband Bayern hat sich bereits zwei Mal getroffen, um Details und den Projekt­fortgang zu besprechen. 

Das erste Projektjahr wurde genutzt, um in den geplanten Vergrärnungs- und Refe­renzstrecken jeweils die Fisch- und Gänse­sägerbestände zu erheben. Derzeit erfol-gen für diese Gebiete FFR-Verträglich­keitsabschätzungen und spezielle arten­schutzrechtliche Prüfungen zur Vergrä­mung. Die Ergebnisse werden im Novem­ber 2021 erwartet. Beim nächsten Treffen der PAG im Dezember 2021 sollen diese Ergebnisse sowie das weitere Vorgehen bei den Gänsesägervergrämungen besprochen werden, die ab Anfang 2022 geplant sind. 

Dem Bayerischen Landtag werde ich im Herbst 2022 erneut über den Fortgang des Projekts berichten. 

Mit freundlichen Grüßen 
Michaela Kaniber