Für Bernd Bellack, einem der drei Teichberater beim Fischerzeugerring Mittelfranken e.V., der mit seinen beiden Kollegen Otto Müller und Sven Weichenberger jährlich hunderte von Besuchen an den Teichen der Mitglieder beim Ring absolviert, war es eine Premiere. Er trug erstmals den Jahresbericht der Ringberater für das Jahr 2024 vor.
Das Frühjahr war insgesamt kalt und immer nass, auch die Himmelsteiche konnten gut gefüllt werden. Setzlinge (K2) waren heuer wieder einmal knapp, ebenso
wie die Karpfenbrut (K1). Es wird immer mehr zum Lotteriespiel, wie viele brauchbare Fische die Prädatoren, in Mittelfranken voran die Kormorane, bis zum Ende des Winters übrig lassen. Die Ringberater empfehlen auch Brut und Setzlinge in der eisfreien Zeit im Winter zu füttern. Wird das unterlassen, entstehen in den Winterungen Verluste, die zu langen Gesichtern führen können.
Im Frühjahr und im frühen Sommer entwickelten sich heuer die Wasserpflanzen in den Teichen stark, was teilweise zu sehr viel Mehrarbeit bei den Teichbauern führte. Andererseits entstand in dieser Zeit in den Weihern viel Naturnahrung, die den Karpfen bis August zur Verfügung stand. Insofern entwickelten sich die Speisefische gut. Es steht ein großes Angebot zur Verfügung. Allerdings läuft der Absatz eher schleppend. Die Gründe: weniger Wirtshäuser, in denen Karpfen gebacken werden und natürlich die gestiegenen Preise in einer wirtschaftlich angespannten Gesamtsituation.
Die Aussichten für die kommende Saison: K2 werden wieder knapp, K1 sind derzeit gut vorhanden. Aber es kommt darauf an, wie viele am Ende des Winters noch übrig bleiben, bei den extremen Zahlen an Kormoranen, die derzeit die einheimischen Teiche heimsuchen.
Bernd Belack gab den anwesenden Teichwirten noch Anregungen mit auf den Weg, wie sich der Vogelfraß durch Überspannung der Teiche vermindern lässt und zeigte dazu Bilder. Allgemeine Meinung: schön sind solche Drahtverhaue nicht in der Teichlandschaft, sie kosten Geld und machen viel Arbeit. Aber die Fische gewinnen in solchen Gehäusen viel mehr an Qualität, im Vergleich zu jenen, die von den Kormoranen im Wasser umher gejagt werden.
Bei der Gelegenheit nieldete sich Kerstin Braun, eine junge Teichwirtin aus dem Landkreis Fürth, die von ihrem Vater einen Betrieb mit Satzfischerzeugung übernommen hat. Sie nannte einige Zahlen, welche Verluste sie in den letzten Jahren durch Kormorane hatte. So seien allein im Sommer 2024 von 23.000 Stück K gerade noch 6.000 Stück K, übrig 1 geblieben.
Sie hat zwar eine Abschussgenehmigung für Kormorane und kann die Vögel mit der Flinte vergrämen, aber das erfordert praktisch ständige Anwesenheit an den Teichen. Mit der so krass verminderten Ernte könne sie Lieferzusagen nicht einhalten und verärgere so ihre langjährige Kundschaft.
Angesichts solcher Ergebnisse wisse sie nicht, ob sie weiter Fische züchten will. ,,Wir alle bezahlen mit unseren Steuergeldern, dass Prädatoren in unseren Weihern unsere Fische fressen dürfen“ merkte sie bitter an.
Thomas Müller-Braun